Tiefblog











{22-12-09}   .

Der Schnee ist ein Wal, mit offenem Mund.



{22-12-09}   q59

Ich habe diese Antiheldin zu meiner Begleitung für den Ball gewählt.

Ihre hektischen Herzklappen die zentrische Kreise in den Brandy zauberten, intonierten mir.

Ein Schuljunge, der lächelnd ihre Haare hält, als sie kotzen muss.

So, oder ähnlich verzerrt

dieses Bild von mir, dass mich gefangen hält.



{22-12-09}   q59

Kleine Schwester zwei,

meine Worte sind etwas anders als deine. Sprichst du, dann willst du dich in den Raum stellen. Wie etwas, dass einen Anfang und ein Ende hat. Doch ich bin immer ganz da und so sind meine Worte nur Fühler, mit denen ich dich in mir ertaste.



{22-12-09}   q59

Der Schlag ihrer Hose tropft .
Die Ohren glühen noch nach, während unter a-rhythmischem Finger,

Funken stieben, mit hartem Ton.

Auf der Toilette, wringt sie ihr stolzes Haar, mit starrem Blick.

Mit Rissen im Gesicht.
Sie hat gelernt, dass alles mit Substanz, erst dann massiv klingt,
wenn es bricht.



1.
mein Medium ist die Sonne
manchmal spreche ich
mit den Menschen

2.
ein weisses Krokodil starb hier
erzählen mir die Kinder
es war weiss und starb
ich denke an meine Milchzähne
und zugeschlagene Türen
erhängte Mineralklumpen
dass eine Klinke eine Waffe ist
ein weisses Krokodil
die Umrisse tatsächlich weiss
auf dem Boden tatsächlich
zeigen mir die Kinder
bedeutsam deutend
weisses Krokodil!, weine ich
die Zahnfee habe es geholt, wissen die Kinder zu berichten
zum Beweis schwenken sie
eine beachtliche Summe, für Kinderköpfe,
hin und her
und ich bin wie Hypnotisiert
erwache mit einer Schachtel Zigaretten in der Tasche
beim Supermarktdetektiv
Kindheit!, beweine ich
Tränen peelen mir die Wangen
Schuldig, erklärt man mir mich
des Diebstahls und ich habe das Krokodil zudem gegessen
abseits des Protokolls bemäkelt man meinen bunten Hut
und mein buntes Zimmer
es sei nicht
sicher meinen sie.

3.
ich lache über ein foto das mich zeigt
im mönchsdress mit fünf jahren
als sei ich eben so
zwischendurch
gestorben



{22-12-09}   … ransom

i am
omnipresent
omniabsent
the future
time
is linked to the heartbeat
a flower will bloom
as the sun rises
and will eventualy die
as it sets
the sun will rise again
and new flowers will bloom
but they won’t be the same flowers
as before

each timeframe
is always defined by the heartbeat
as it rises
getting a grab on a thought
may be impossible
as it slows
feeling content in the present
may be impossible

my heart went on a rampage once
and i felt like i was living
as i died, permanently
i wonder this is what it is like
to live as a god in shape
singled out, whilst being in every thing
probably
this state of mind
is what we’re heading towards to

a flower will bloom
as the sun rises
and will eventualy die
as it sets
the sun will rise again
and new flowers will bloom
but they won’t be the same flowers
as before
these flowers
.. will be beautyful



{22-12-09}   worte

Orpheus
Saalschlacht
Paracelsus
Remix
Hirn
"Last drawing before Mars"
Tiptoe
ADIEU INTERESSANT
if it appears in the desert
fräulein atlantis
die summe
acht stunden sind kein tag?
king kong kisses
parzival
cash machine
chromatic diet
hotel #24
//
kampf
wortreste (fingernägel)
erdschwere (glieder)
sonne wälzt sich auf
stadt
//
count up
to unhappiness
dahinter 02
bilder von abfall
pictures of garbage
pflaumenkern
lagos
geist den ich
rief
striped
gedankenstrom
bauhaus
knochengerippe nagen
dein hilfloses Lachen
in einem gestützten Körper
thermoplastik
before Darwin
eine Idee aus Öl



1

atmen

durch die risse der nacht

ein müdes gähnen,

bartstoppeln, sterngespreizt

sag den monden und der sonne ab

sprechen leben nichts

die luft, sie steht

entkleide dich

und den schlaf sickernd, deine hautpore

durst nach schlaf

erdschwere lieder summen

über die augen den mantel wie gestülpt

television glueht den raum nach aussen aus

2

sonne

wälzt sich auf die stadt

strahlt brennend

asche weht aus kinderzimmern

streugut um den schnee zu schmelzen

vom huegel aus,

die skyline, fernab

lichterloh

verknotet in einem auto, uns liebend,

kein blick dafür

3

kindheit, selbst du hast mich verlassen

was fest in mir war, vor mir

am fleischerhaken

leben

4

wellblechpatiniert

mein koerper

patiniert

bin schon lange

lange

lange hier

ein rotes kopftuch, abgewachsen

vor mir im sand

habe ich meinen traum vergraben

vorn und hinten zu dir

zurück zu dir

durch das minenfeld und

lös mich auf in zucker

sanft und schnell und maeszig

wie

in gedanken, winterfarben an mich denken,

unbewusst des loeffels in der hand

5

ich stimme ein

in die muedigkeit

der groszen koepfe

6

ich hatte ein wort dafuer

ein wort

wie unisex & alles

ein wort

unentschieden, nie gleich

für das

wie wellen oder ein netz, das alles umschlieszt

ein wort

wandelbares wort

„warum hast du mich verlassen?“,

pathos dumpfes wort, oder nacht

für das

was ich sah, hatte ich

eines

7

und an der warschauerstrasze, in berlin

der sonnenuntergang

hinter dem groszen haus

versteckt

projieziert auf eine reklametelevision

sechs meter breit

hinter dem haus

filmen sie den sonnenuntergang

im glauben

schoenheit erlaube kompromisse.

so wunderbar, berlin.

8

ich warte durch ein buch

die bedienung

& kaffee

warte durch ein rohr

& toene

auf den satteliten

der das haus vor mir

zerbirst

9

maj dai, nur du weiszt noch

ihre wale, waren in wahrheit blaue elefanten und unsere traeume waren schwarze elefanten

und die sterne waren elefanten, mein sechflaschenbauch

ein elefant, von meinem ruessel angefixt

suechtig nach mir und ich nach deinen winkeln

und den lustvollen wellen aus fleisch

deine traurigen und endlosen augen, ergraute haut, ein narbengeflecht physischer haerte

eine elefantenkuh, aus seele geschnitzt.

10

ich weisz nur

wo ich immer war

ist grau

im kinderspiel an mueden beton geschmiegt

oder (aus)geklammert

vom spasz der anderen nichts gewusst

nur naxosscherben, hallfabrik

aus farbeimern traeume gekippt

und hektisch, fast ausgerutscht, zu paul gerufen -laufen

habe ich, gesagt habe ich

- halt die waende fest!

gefesselt an diesen tag

an die mauer gestellt

- das haus stuerzt ein!

ich weisz noch

wo ich immer war

11

ich will nichts von deinem blindmacher da

haeuptling oder gott

dein ambrosia oder eigenbrand schmeckt derbe

wie russischer rauchtee

eine geruch von abgemagerten

erinnerungen aus kindfleisch

zerschnitzte traueme von den zeiten

als kokain noch ein fuellwort in den liedern war

ich will nichts da davon

12

im kofferraum schlaeft mein freund, mein stecher

die klarinette umklammert seine kalte hand

stadtauswarts

war wo ich herkomme

irgendeine richtung

im zentrum der stadt

liegt seine wohnung

und kuehlt langsam aus

13

hingerissen starrt sie in meinen gaehnenden mund

auf die zerblombte zahnlandschaft

ihr blick entfacht zwoelf neue lieben in mir

ich bin wieder wach

zauberhaft

14

neulich traeumte ich mir

zwei pferde

trauemend unter einem baum

ein bild von frieden

doch ein unteil von dieser welt

nie je konnte der anblick eines solchen tieres

den wunsch in mir wecken es

zu betrachten reiten oder besitzen

wachend aengstigt mich der wahnsinn, der aus ihren augen blitzt

orientierungslos, veraengstigt, schicksalsergeben

im schlaf ist es die distanz, die schwere der luft, welche sich zwischen

mir und dem tier aufbaut

als muesse ich sterben und fuer immer verschwinden

um das wesen zu beruehren

am morgen, nach dem traum

bleibt mein herz verschlossen

15

mein bester freund war damals ein obdachloser

in teuren hemden

die haare schnitt er sich gekonnt mit einer haushaltsschere

wenn er essen holen ging sagte er containerrush dazu

er war meist betrunken

und rasiert

seinen namen konnte ich mir nie merken, denn er war lang, amerikanisch, edel

und ich lerne namen durch klingelschilder und er hatte keins, also rief ich ihn joey

seine leber wuchs nicht nach, aber er war jung

eines abends sah ich ihn und er mich

doch er ging an mir vorbei, mit provozierendem laecheln

ein gut aussehender mann, in seiner herablassenheit

ausgehend davon, ging ich auf den ersten blick davon aus, er wolle mich aergern

tatsaechlich starrte ich ihm empoert nach

und sah, er wollte meinen blick auf seinem ruecken

wo geschrieben stand, mit marker auf einem teuren, weissen hemd,

„save marla singer“

16

lösche die lichter

singe ein lied

englisch mit deutschem klang

ich werde dann bleiben

solange werde ich bleiben

17

DISTANCE

tanz das Z E L L E

individuumswahn bis in die

harmonie, tanz das D I S T A N Z

bis alles andere verschwimmt hinter deinen haenden

tanz das N A M E, das I D E N T I F I K A T I O N und das M A T E R I A L

alle sollen nachhause gehen

tanz das A und LL und E und I das N mit E



{04-05-09}   für klavki

dir ein lied zu singen
vom leben der zurückgebliebenen
auf dass
das eis bricht
welches dich vom leben trennt
unter stiebend heissen tönen
unserem letzten aufbäumen

vor einem schweigen



{14-10-08}   Quartier 59

Wasser lesen.
Das Universum im großen Kochtopf.
Kopf rein, in die Sonntagszeitung auf Molekülbasis.
Kann Feuer unter Wasser riechen.
Stellen sind wundgerieben, gefrorene Hosenbeine, Eis mit Knickmuster.
Hier gibt es nur Regen und kein Regen.
Nippon-pinke Faltschirme, mobile Privatbunker.
Der Ort, an dem ein Stück Papier, unbeschrieben, die Welt bedeutet.
Quartier 59,

die Planetnarbe.



et cetera