eine stadt auf steroiden.
das megalomanische prinzip, gewinner-grinner.
ak47 graffiti bandogs. cpuk registriert sich die mauer an der galluswarte.
zweitausendzehn, same in same, monday to sunday und so weiter.
die rotoren laufen, zapfhähne spucken schaum, ich finde blut auf einer bank am hauptbahnhof (alle stehen, es ist kalt). gewichte werden gepumpt, krebsgeschwüre an den armen, auf der brust, im kopf. lila scheine bla.
fünf cops, ganz die montur, um einen typen mit ner commerzbanktasche.
hier dreht sich alles rum, an der stelle an der sie n. benaissa festgenommen haben (nachtleben, konstablerwache). meine stadt brennt. dreissig lederjacken an der nachtbushaltestelle. alles zieht die nase hoch.
hier geht was, steig ein – citytour, alles kaputt, wir sind die betamännchen.
metastase hauptbahnhofgegend, hier is rotlicht, crack, nutten, dreiuhrdönerbude – hier hab ich j. abgesetzt vor 9 jahren, als sie sich mit ihren insulintabletten vollgestopft hat (an eine wand gelehnt. “machs gut”. hat gelacht. gelbe zähne. ging mir irgendwie ab.). hier lief das alles zusammen, ‘99 haben sie in münchen allen von the hamburgian way erzählt. frankfurt hauptbahnhof hatte alles, der ist endstation (für alle züge) – die blieben hier. mehr als dreissig chirugische schlagstock eingriffe später verlagert sich die problematik auf die anderen viertel, die spielplätze wechseln das clientel. aufsuchende sozialarbeit wird zum nadelimheuhaufen-spielchen. im bettys einen kippen. drei. zehn. ins taxi steigen. abgebrannter persischer intellektueller am steuer, denkst dir alter, scheisse, vorlesung abgeholt, unterwegs nur taxis gesehen, frankfurt nacht sind die straßen reserviert. tanzhauswest/TW/tanzhaus, gutleutviertelwieauchimmer. türsteher organisiert was, alle organisiern was. rave. der dj sieht aus wie darth vader. oder sido. ”steig aaain, ich zeig dir die stadt. schöne villen, dunkle ecken. so lange bis der wagen kein benzin mehr hat. orte für action und plätze zum verstecken.” ein hippie mit herzchenbrille kommt zu nah, xtc, mdma, wasweissich – seine nase bricht. an der wand gegenüber steht uf. 97. an der wand gegenüber liegt ein typ im schnee (wir kennen ihn schon, sein vater erfror betrunken im schnee, er hat sich das zu herzen genommen.). frankie haben sie hochgenommen, drei kilogramm pillen, eineinhalb kilogramm stoff, neunzig gramm gras, die bullen feiern einen dealer hinter gittern. nur wir wissen, das war wirklich eigenbedarf. nur wir wissen, bornheim hatte 24 bordelle auf 300 einwohner, im römer flüsterte man bomben, der bieraufstand, der 33jährige krieg, dorian grey: flughafen lsdtempel. das hier ist techno. korruption. woanders wird gelacht, banken, hochhaus, woanders hat man nie ne ahnung. nerds, börsenspieler, bandogs, plattenleger (zweideutig). der typ wollte unbedingt aus der vinylbar raus, “scheiss freaks alter”, aber niemand kommt da raus, das ist das konzept. U60, plz standortpatrioten, stadtpiraten.
hier pumpt ego noch archiaisch. gewicht trifft ziel.
drei tage wach. whatever.
das is mit sicherheit kein liebesbrief.
mit mine, 1999, schweigend in einer bahn gesessen.
wir haben uns nichts zu erzählen, nun da sie den weiten weg aus münchen
auf sich genommen hat.
unsere hochgeschraubten erwartungen hatten die kluft zwischen uns angefüllt mit dem abfall jener möglichkeiten.
es hätte wirklich gut werden können.
wie unerträglich, dass immer gegenwart sein muss.
eines wurde mir in eben diesem moment klar:
ich wollte einfach nur da sein.
(verworfene selbstbilder: teil zwei)
Für Susanne Eggert
“die entropie der bibliothek von babel ist fünfhundertdreiundsechszigtausendneunhundertfünfundzwanzig.”
- schnakenberg
borges steht vor einem spiegel.
er träumt sich einen leeren raum.
die zukunft macht ihm sorgen.
borges ist binär (und das weiß er).
er öffnet ein fenster.
in den raum weht ein blatt.
die beiden, borges und das blatt, zittern kaum merklich.
borges knackt das trockene blatt.
er träumt sich eine nuss.
die nuss schmeckt bitter, bemerkt borges im kauen.
er muss darüber nachdenken.
er denkt darüber nach.
borges läuft zum fenster, wo er das leben wähnt
und springt.
(ihr brach ein nagel ab. sie begann zu bluten)
störfrequenz schaltjahr.
die uniformität bleifarben gestrichener schneemänner
das agentenroulette, die aushangketten
kein freiwilliger fingerzeig, mehr der zwingende moment
ein zu klein geratener eddison im nacken, flüche und kleine bröckchen mageninhalt, black russian, die zahl sieben.
treffsicher der trugschuss um jede korrelation,
die strichlinie für den scherenschnitt
ich könnte da noch ein konzept rausholen
meine schreiberlingsfinger sind ägypthische dräte
die den alkoholverseuchten nächten das gehirn aus der
nase ziehen. schneckenwanderung der neuronenfeuer, heizung und fenster:
diese lahmende koketterie.
charles d. ist ausserdem eine dumme petze.
für alle die mir lieb sind, hier eine antwort.
das lichtsieb erinnerung:
eine idee aus öl.
ein leben den wörtern
in der hoffnung
ich wache doch noch auf.
ich zünde die letzte cigarette an.
in der packung herrscht gähnende leere.
der raum knackt und biegt sich
unter dem anklagenden schweigen
dass keiner annehmen will.
farblockender heintje
schwarzlockene negerlein
der zuckerwürfel zeigt auf sechs
”ab an die hungerhaken mit euch!”
dein goldenes haar margarete.
dein erdenes haar papa legba.
wir fahren uns ein grab in den wolken.
wenn es regnet, trifft es nicht nur einen.
es kann nicht immer nur die sonne scheinen.
(meinte heintje)
er ruft: streicht dunkler die geigen!
so schnell vergeht die zeit.
nimm’s wie es ist.
so schnell vergeht die zeit.
ein löffel schnee in meinem kaffee.
die evolution
ist eine tropfsteinhöhle.