Tiefblog











{02-03-08}   Krushed Ice

Duality, das war der erste Track, vor ewigen Jahren.
Ein Zusammentreffen von Krush & Shadow.
Diese zwei Gurus, schlaksig, dünn, beweglich.
Die beiden Zeigefinger Gottes, mit Spikes an den Tips.

Dass ein Krush, wenn er nach Berlin kommt, im Club Maria absteigt, ist wohl natürliche Selektion. Nicht nur eignet sich die Location durch ihren Schnitt und die Einrichtung Perfekt für den Auftritt eines Mannes von Krush’s Format – der Name, die Aufmachung, der Flair, das Image. Da stand ich dann, provisorisch per E-Mail eine Karte reserviert, schnell noch bei Suzi Wong und Kahn – den Begleitern des Großmeisters an diesem Abend – rein gehört und verschlang Zigarette für Zigarette. Die Pizza hatte mir auf den Magen geschlagen, die Kälte kroch tief in meinen Körper, mein Kopf schmerzte schon den ganzen Tag – scheiss egal. Einfach nieder rauchen.
Freundlich in die Schlange lächeln.
Böse Blicke von aufgesetzt Eifersüchtigen Männern ernten, deren Freundin ich vorher gar nicht bemerkte -
nun aber förmlich anstarrte (gut gemacht).
„Scheiss egal. Gleich bist du drin“, dachte ich mir und meinte das auch so.

Aller Anfang ist schwer, das weiß Krush auch.
Shir Kahn, ein DJ mittleren Alters mimte den Einheizer.
Und begeistert, nach und nach strömte es und 2 Stunden eingängige Punch-Beats später.. ich noch absolut am tanzen, standen einige Hundert Menschen um mich rum.. drängten mich, schoben, schwitzten, schwiegen. Als eine Geräuschexplosion das Festspielhaus förmlich erhellte und ruckartig tiefer und tiefer gezogen wurde, raffte ich endlich was da los war. Großmeister Krush stand am Pult, Capy tief ins Gesicht gezogen, nur das bewachsene Kinn lugte raus.
Ähnliches Outfit wie im Musikvideo von Tragicomic, dass er zusammen mit Aco und Twiggy produzierte – und erhabenes schweigen überall.
Da war ein Anflug von Respekt, der sich durch die Reihen zog.
Der Mann, war für den Trip-Hop, Rap und Electronic so eine Art Metallica. Ein Genius unerreichter Größe auf jedem seiner Gebiete und der einzige der ihm je das Wasser reichen konnte, Shadow persönlich, zog schon vor langer Zeit den Hut. Eineinhalb Stunden jagte er die Menschen über die Tanzfläche, jeder wusste das zu schätzen, jeder war irgendwo Dankbar. Keine Unzufriedenen Gesichter, einfach Bewegung, in der Mitte Melting-Pot, drumrum zugedröhnte Menschen die sich auf ihre ganz eigene Art und Weise zur Musik bewegten.
Dann vorbei. Aber die Crowd löste sich nicht.
Suzi Wong, das ist ein bekanntes Gesicht in der Berliner Szene und hat ihr kleines Nest im Maria bereits gebaut.
Sie als die personifizierte After-Show-Party einzusetzen war wie sich herausstellte eine organisatorisch absolut durchdachte Geschichte – ein Plan der Funktioniert.
Großartig. Eine unheimliche Energie diese Frau, die zu ihrer eigenen Musik ein wenig wie Cameron Diaz durch die Gegend hüpfte, alles breit anlächelte und allein durch ihre Präsenz die Notwendige Stimmung verbreitete, die es gebraucht hat um auch nach Krush in ruhe weiter zu tanzen.

Gelungen. Sehr.



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