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durch die chemie glimmt ein lächeln
geh aus mein herz, geh aus vibrant
ungelenke nacht in den fernwehkanälen
die körper sind nur stotternde halbbilder
ineinander verschränkt
oder vereinzelt vor den türen
die einsamkeit in dampf ausstoßend wie wut
von fleisch- und hand- ballen, erzählend
das thema ab- reissen:
nimm diese hand. drei schaufeln über der türe. chartreuse in den bechern, das festmahl verfault über tage.
diese hand und gehe einige schritte. schnittmuster nationaler identität: wagner und walzer.
gehe oder schreite, dem vermögen nach. (dem vermögen nach, so gestaltete sich sein lebenslauf, einen strich auf die theke hackend, prahlte der erkorene vertreter des luxusprekariats messianisch)
sinnend, über die gleichzeitigkeiten:
deus ex machina. ein gott am gewinde erhängt und wie von geisterhand der seilzug, wuchtet ihn ohne erkennbaren urheber in die mitte der bühne.
und keiner wills gewesen sein.
und keiner will aufgesehen haben, aus den kanälen.
man wird sich nur erinnern hamlet im toten winkel aller plätze gewähnt zu haben
und lange über diese mathematische glanzleistung sprechen.

ungelenke nacht in den fernwehkanälen
die den sonnenaufgang schluckt und weiter geht
ihre töchter lächeln wie entbehrlich
benetzt mit drogen, die kreisläufe weit offen
und ein gefühl wie aus kälte (arythmisch pumpender muskel, das blut in den magen gezogen und die haut um die glieder nun drei nummern zu weit, aschfahl, sulamith tanzt den lagertanz in deutschland, doch sie fällt dabei, sie fällt und um sie herum und an ihnen vorbei strahlt die chemie, potenzierte ohnmacht)
was suchst du?
jeder der feiert sucht etwas, also was suchst du, brudi.. na, brudi? (er lacht. sich selbst im unklaren darüber welche position er einnimmt, oder einnehmen will. demontiert sich selbst [rausgenommen. sich ausnehmend. sich zuwieder sein oder anbiedernd] mit seinem brudi. sich klar darüber, dass wir keine brüder sind. dass er jünger ist als ich und schwächer. dass er mein leben nicht überleben würde. er spiegelt sich und sieht sich tot.)

einen körper finden
der sinn macht.

[sie stemmt ketamin, speed, ein halbes teil, eine pappe, sie stemmt und tanzt – optionslos. deus ex chemia. schiebt unter spannung den kiefer, flach durch die zähne luft pressend, ziehend, pressend.]

geh aus mein herz und ziehe freud.
ein aufschub, zum mindesten.
und asche weht aus den kinderzimmern. und die staatsgewalt prügelt los. und uhren zum trocknen aufgehängt in den vororten.
fernseher fallen von den babylonischen türmen und explodieren. garten eden rewe, in den warteschleifen des konsums ein fünkchen unruhe komm: trage meine last. nimm diese hand. wirf sie in den main. die füße in den grund des pflasterstrands gedrillt trotzdem vom fallenden arm einen schritt nach vorne gerissen und den moment verpassend (kreischender grund, stoßausatem die ohren verschließend)
einen reuemoment später dann, sitzen und rauchen.
wer könnte es besser? daumen, zeigefinger, mittelfinger, ringfinger, kleiner finger, handballen, handfläche, handrücken, die ausufernde lebenslinie, die blaupausen einer identität. sitzen und rauchen.

1. daumen {
der koch und ich im kleinstädtischen hinterland,
er: das problem sind nicht die geräte oder die produktion, das problem ist die abluft.
– ich werde später mit blutendem zahnfleisch aufwachen und mit einer frau schlafen, mit der ich nicht schlafen wollte.
eine brücke abbrennen und dann noch sechs. der tag wird anschwellen zu einem wütenden geschrei. man wird mich um leib und leben bedrohen. ich werde überdosieren und meine niere wird beinahe kollabieren und alles blut wird sich aus den gliedern zurückziehen und in die organe fluten. ich werde drei wochen krank sein, weil mein immunsystem an diesem tag versagt und werde fast an fieber sterben, zu psychotisch um ins krankenhaus zu gehen. daumen. }

2. zeigefinger {
mit der richtigen frau am falschen tag geschlafen und ein desaster losgetreten.
man wird sich vorwurfsvoll um mich scharen und ich werde nicht vergessen können.
mein arm, wie er durch die glasscheibe prügelt und das glas über den flur flippernd, den winkel nehmend ins wohnzimmer, die vollen acht meter.
hier wird die verzweiflung meiner kindheit wieder wach werden. hier wird sich alles vermengen. ich werde ein anderer sein. einer der sein herz tragen muss.
ich werde das schreiben neu lernen und das sprechen und zu guter letzt das begegnen. zeigefinger. }

3. mittelfinger {
ich ramme meinen arm gegen die wand. die beide brechen.
anderer zeiten breche ich mir finger für finger. überlebe die wut. wachsendes, wucherndes überleben, dass mir kalk über die knochen spannt
dass mich ausbildet. etwas auf das ich zurückfallen kann. es sind rückwärtsgewandte jahre, jahre die den krieg erinnern mit einer physis die ihn riecht und schmeckt
und ich werde mich schützen mit dem handwerk der dissoziation. ich werde eine frau bauen, die ich meine schwester nenne und sie wird mir in die ohren flüstern,
meine arbeiten für mich verrichten. ich werde nicht der einzige sein, der viele ist. aber der einzige der überlebt. niemand erfährt je davon. selbst ich vergesse
meine toten freunde, die orgien, das blut, die rituale. dissoziation und gewalt. der gute soldat erinnert nicht. der gute soldat ist ganz körper. der gute mensch versteht
das nicht. mittelfinger. }

4. ringfinger {
ein schlag auf meinen kopf löscht meine erinnerung, eines tages.
ich werde es verstecken. meine erinnerung wird gelöscht sein und ich werde sie neu errichten, wie einen fetisch.
sie atestieren mir genie. ich schreibe. sie atestieren mir migräne. der kopfschmerz währt zwei jahre ununterbrochen. die sätze sind mir handwerkszeug.
ein schlag auf meinen kopf und ich prüfe durch, will kühl bleiben, die checkliste abarbeiten, tschernischewskis: was tun? die katastrophe ist.
aber sie ist die erste erinnerung, sie ist mein heroin, mein mutterbauch, meine demarkationslinie [und hinter ihr, der feind im nebel]. katrin, lexi.. sweet 15, standort hamburg.. aber ich in frankfurt setze mich, die distanz nicht mehr begreifend, auf das fahrrad – in bewegung, hin zum meer. ringfinger. }

5. kleiner finger {
mit neun werde ich das erste mal bewusst sex mit einem mädchen haben. es wird keine penetration statt gefunden haben, wie auch, nein, wir werden uns die ganze nacht
berühren und küssen und uns im laken wälzen und am morgen wird die mutter sie anziehen, sie werden den corpus delikti einrollen und auf das wagendach spannen, sie wird an der hand ins auto gezerrt werden und verwirrt zu mir sehen. sich gleichzeitig bewusst und unbewusst ob der permanenten trennung. voller unverständnis vor dem gedanken einer zukunft, voll erstarren allerdings vor den gleißenden lichtern einer gegenwart. etwas bricht. kurzer aussetzer. das stundenglas dreht sich und der sich aufschüttende berg beginnt abzunehmen. unser petit mort beginnt. kleiner finger. }

aber es geht noch weiter

HANDBALLEN {
wie vadim sich am anderen ende der leitung eine kugel in den kopf jagt
bezeugt nur durch einen knall, einen schlag, ein holpern und stille.
aber nichts passiert. mein drama fand nicht statt und meine rolle war die rolle aller: imbecillitas. HANDBALLEN. }

HANDFLÄCHE {
er wird von beginn an darum wissen: dass begriffe nicht greifen. dass alles immer staub ist.
der staub wird ihn krank machen. er wird, kind das er ist, sich schmerzerfüllt in seinem zimmer winden und die sonne fürchten.
er wird verzweifeln am zerrieb in der luft. an der unsichtbarkeit von magnetismus, diesem wahllosen zusammenhalt der die grenzen einer welt
auslotet, die kraftlos auseinander fällt. er wird um die liebe wissen und ruhe finden. er wird vergessen und die unruhe wird ihn beinahe töten.
immer und immer wieder. der staub wird seinen kopf verstopfen, seine haut, seine augen verschließen,
seine muskeln lähmen und ihn zurücklassen in einer geistvollen blindheit. HANDFLÄCHE. }

HANDRÜCKEN {
singing: this one by proxy
singing: this one by gun
singing: this one in water
singing: this one in mud *
ich liebe dein kämpferherz, wie es sich gegen meine worte stemmt.
mit zersauselten haaren, wie du dort jetzt sitzt und rauchst: omertá.
deinen schatten zu sehen entfacht zwölf neue lieben in mir. HANDRÜCKEN. }

vielleicht ein letztes mal, die sonne auf dem balkon in offenbach. während das schwimmende parkett im innenraum den bass auf das ganze haus trägt,
die außenwand in den rücken drückt, ein letztes mal so sitzen. breit grinsen und die zigarette zwischen die zähne geklemmt.
und dann das unvorstellbarste:
aufhören.

*thee silver mount zion memorial orchestra & tra-la-la band with choir – 13 blues for thirteen moons.

das alter, wie es uns einholt
wir zerreiben uns aneinander
zu staub mahlt es in den flirrenden
verknotungen, in erzwungene abschlüsse
in ausbilder
und szenarien vergangener hoffnungen
neu aufgeladen, im moment
den schierlingsbecher an den lippen
nur noch raubbau, nur noch hausrat
und regen
wie die vergangenheit
sich so klar nach unten absetzt
hart die grenzen zieht zu einer zukunft
die wie haare abfällt, aufgeladen ballt verzwirbelt
sich am zerrieb auflöst und atem und licht
die angedachte sonne im strahl in der wohnung sitzend
abhetzt durch die luft gestoßen wird
und nie internalisiert, nur inhaliert
im körper ihre kleinen wunden schlagen kann.

ein letztes mal die begehren abklappern
jetzt gepresst, dünnlippig und schamlos
abgewälzt vom körper
und ohne jede hoffnung auf erfüllung
selbst das trinken
fällt uns dieser tage schwer,
die mägen tragen ihren soll nicht mehr.

durchmengt, wo alles ein zittern, ein andernorts ist
lässt sich nicht punktieren ob sich ein da sein konstituiert
und nichts mehr vergessenerinnern
ein ich sich nicht halten lässt.

meine erinnerung versagt allmählich, toter freund.
das meer ist längst nur noch ein querschnitt aus fotografien.
es könnte auch versiegt sein, beiläufig.
vier jahre später ist mein messianischer ausruf damals
heute wahr und so ich an dich denke, so denke ich an dich
nur als ein zurückgebliebener. 

es sind noch lieder zu singen.
bis das dünne eis bricht, die augen wie gletscher
sich ablösen an der demarkationslinie
sich ablösen ins meer stürzen und aufhören.
in das stumme unbewusstsein ein
wie sich erinnern?, unhaltbar formen
wie sich erinnern?
an den moment als die kraft
sich faltet
an einem letzten wort
so groß, dass man darin sterben kann.
eine sedimentierte ohnmacht, die alles übersteigt
die passiert, über alles hinweg
sich einschreibt in die gesten, ein
„ich weine!“
in die hände treibt,
die tastaturen und maschinen
bedürfnis und körper verzweifelt versuchen zu bedienen, die
in den rücken gekrallt sich selber haltend furchen in die haut graben, es ist
ein schluchzen in jedem händedruck und jedes wort trägt dich wie eine auslassung.

es sind noch lieder zu singen.
weil ich sie nicht anstimmen kann verbrauchen sie sich nicht
ich fürchte
mich davor
wenn die töne verebben muss
ich mich gehen lassen und du stirbst daran
dann wird die kraft sich falten an
einem ersten wort
so groß, dass man darin stehen kann.

was soll noch geschehen, ich, im gefängnis, ich, in ihrem diesigen bett
ich, in drei lagen vergessen gestopft nur noch begraben in den eindrücken und haltlos
zitternd ich kann nicht mehr und du kannst nichts mehr, wie ein vorwurf fomuliert sich
alles haltlos zitternd ich kann nicht mehr und du verschwindest wie das meer hinter den konnotationen
hinter allem was sich immer wieder aktualisiert dich überlagert ich will mir die augen zunähen und die ohren verkleben
setz dich! setz dich noch einmal, wie du immer gesessen hast.
wird jemand kommen, bei dem du wieder so, genau so, sitzen wirst?

trifft licht auf das unbewusste
wird es zerfallen
ich kann
keine denkmäler bauen –
so lange ich mich aufführe
in den scheinwerferkegeln
– deren schatten keine risse tragen
bis ich mich vergesse
und du? bist ein anker um meinen hals
sich ablösen ins meer stürzen aufhören, ich weiß
ich habe nichtwissen und nichts wissen verwechselt, damals
wie heute, ich weiß, die anklage, der fingerzeig,
der vorwurf an die welt,
die ich mich nenne,
hätte ich mich bloß mit dir in der utopie begraben
statt
mich im spiegelbild am see zu sehen.
abschließend das hat mir die federn
aus dem rücken gezogen.

dir ein lied zu singen
vom leben der zurückgebliebenen
auf dass
das eis bricht
welches dich vom leben trennt
unter stiebend heissen tönen
die kraft sich biegt
deine macht über mich aufhört
weil wir uns berühren
in einem wort, so groß
dass man darin sehen kann.

im lazarett
sitzt sie und
knüpft das wissen auf
an einem offenen schädel

murmelnd ein sutra
sushruta samhita
über das nervenfeuer
und das stöhnen im raum verebbt

bichitr liegt da
vor ihr, er malt später
ein bild
auf dem ist sie ein mann

im lazarett
sitzt sie und
paläste zerfallen zu staub
die instrumente spielen auf
sie operiert am offenen hirn
die körper auf dem tisch vor ihr
flackern
und wandeln sich
mit jedem griff den sie tut
liegt da ein neuer auf

I was a terror since the public school era
– Notorious B.I.G.

a priori

klickklack, schuhwerk, eisen
vier linien, fünf dollar
die patina der jahre einatmen,
verpasste anrufe, sich zurückmelden
ein in kürze erreichen wir, ein geruch
der den hochdruckreinigern trotzt
eigentümlich und dumpf

betreten, vernehmen wir
götterfunken
sprüht licht sprüht
bass und fluxus
der nebel drückt das glas
aus den auslassungen
perignón, um eindruck zu schinden
raushalten, aus den fliegenden fäusten
als chaos ausbricht, um eindruck zu schinden
fat big jacques, der lacht
und seine falschen zähne die im schwarzlicht
anders leuchten

nicht-ort

das geometrische leben
leben
den fliehenden eindrücken
fliehenden nackenlinien, den blicken
den fliehenden begriffen
den bestand von besitz
entgegen halten

a posteriori

acht häuser hat die droge mir gebaut
und sex zerrte meine jahre auf die schlachtbank
es war ein fest
wir haben geopfert

gab es gesichter, dann sind sie verschmolzen
in der erinnerung, heute
wo die vielheiten einem urteil weichen werden

die zeit schraubt böden
an die fässer die laufen voll

einen morgen, einen nachmittag vielleicht noch
genug zeit, mir einen ort zu suchen

wir falten den stahl, die messer
sie schneiden das fleisch in den hallen
zwischen rauch und atem, die kälte
in die poren der haut, die sich schließen

das kalb zuckt noch eine minute
der arbeiter hat narben er weiß es
er geht durch den tag zu den kindern am abend
und löffelt die suppe mit zitternden händen
die frau weint die nacht in das laken
er beruhigt sie und schläft dabei ein

schulden haben keinen körper
sie manifestieren sich im verschwinden der dinge
die wohnung wird leerer und leerer
die kinder spielen mit schüsseln
der fleischer er geht zur fabrik
und das kalb zuckt noch eine minute

im arbeiterblatt liest er morgens
dass das geld bald nichts mehr wert sei
dennoch verpfändet er die orden des vaters
und kauft ein fahrrad für den ältesten sohn
wir falten den stahl, die messer
sie schneiden das fleisch in den hallen
die messer, sie hängen am haken
und das vieh blökt nächtelang

wenn es um glück geht, weiß der arbeiter
nicht so genau, worum es da geht
er weiß ungefähr wohin und dass sein lebenslauf ihn dort nicht trägt
am stammtisch füllen sie abends die worte
damit man weiß was der andere meint
wenn sie voll sind, dann sucht man die nächsten
und sie trinken das bier aus den fässern
sie nagen das fleisch von den knochen

ab und zu gibt es streik,
dann bleibt das vieh verschont
dann bleiben die teller leer
und die industriellen debattieren beim essen
die schlafen schlecht, für eine nacht
und die fleischer stehen vor den toren
nebenan falten wir stahl, machen die messer
wir fachen die öfen an,
ein fleischer der brüllt hinüber
aber wir hören nicht was er sagt
wir falten den stahl, bis zum abend
im vorbeigehen sieht man sie dann

die fleischer vor den toren
und die polizei bewaffnet rückt an
sie treiben die fleischer, die knüppel
prügeln das vieh vor den hallen
zwischen rauch und atem, die schreie
in das klacken der schellen, die sich schließen

1.
in mir wüten drei unzen trauer
sie verdrehen die worte
ich setze mehrmals an und breche ab
wir könnten noch ein weilchen
länger in den himmel starren
auf die lichter in denen
alle zeiten vermengt sind
meine kindheit auf den straßen der stadt
rast auf einen gasriesen zu
wir lernen uns kennen
noch einmal
auf einem fernen stern, ganz klein, im abbild des ganzen

2.
der ganzen nutzlosen tragödie will ich
dem werk, das keine kunst ist,
eine kunst entgegensetzen, die kein werk ist
ein entropischer kreis aus dem
unerschöpflich alles wird
der den produziert, der ihn denkt
einen mond, der einen mond spiegelt
symbiose
einen geist, der einen geist spiegelt
und katalyse
eine geste, die eine geste spiegelt
unter all denen die ich bin
war ich einmal hamlet, einmal nur

3.
acht stunden sind kein tag
drei unzen trauer verdampfen
wir wachen auf und sind bemüht
den anderen nicht zu wecken, steigen übereinander
putzen uns die zähne leise, dafür eine minute länger
beugen uns über den toaster um ein wenig wärme einzufangen
erst sie, dann ich, sie darf zuerst

4.
abgeschlossen
ist es, wenn keine wunden übrig sind
ohne öffnungen hört das leben auf
der körper hat keinen platz im geist
wie der geist kein raum ist
und er verdampft
das werk, das keine kunst ist
drei unzen schwer und
nicht aufwacht, nicht geweckt werden kann, die demarkationslinie
am ende der vorstellungskraft, einteilt zwischen alles und nichts
das verschwindet, nichts zurück lässt
keine katalyse und keine entropie
nicht einmal licht übrig bleibt
dass wir uns nie wieder kennen lernen, auf einem fernen stern
ankommen, vermengt im ganzen, nein
nicht einmal hamlet, nicht die wärme, zähne, ohne kindheit
keine jugend an der haltestelle
nichts, nicht einmal trauer

drei linien
markieren den abbruch
szene gebaut zerstört
und das glühende licht
sengt die hände die tragen

erstandene tränen
die tropfen aufs geliehene kleid
drei linien markieren den abbruch
auf die sprossen der leiter
die ächzen hält man den atem nicht an

wir fahren seitwärts
von gestern trennt uns kein abgrund
als er spricht, ins sichtfeld die felder
die wehen, die tränen die fallen
sondern die veränderte lage
wir fahren seitwärts
von gestern
als er spricht
ins sichtfeld die felder
die wehen nur vorne, dann nicht

drei linien, die sehen wir nicht,
markieren den abbruch
er spricht
von gestern trennt uns kein abgrund
einmal da weint sie, dann er
und einmal da wird er prophetisch, sie staunt
er wird leise
von gestern
hier pause trennt
uns kein abgrund nur
und denkt
die veränderte lage
erhellt sein gesicht

im fernsehen
der touchdown des rugbyspielers
über den rubikon und keiner klatscht
und keiner sieht hin
kohlt fleisch in der pfanne, spritzt öl
und ein klumpen eis in den messingrohren
stockt, umspühlt, blockt, während fünf bar
weiter anrennen

lider räumen den moment
er rollt als träne
mein gesicht entlang
quillt das feine porengitter
auf in den raum
die verlängerte geste
dein lächeln auf der uhr, ein spitzes
zehn vor zwei
und der überbordende lichtblock
lädt den staub
zum tanz

wie lange die momente gehen
und wann sie inne halten
im stockenden atem, in der geöffneten hand
die kondensberge über den kriegsschiffen
die diskrepanz zwischen windstärke und koordinate
wir drücken uns staunend an die fensterscheiben
der babeltürme, zwischen den blumenkästen
und zerbrochenen sätzen
ein stück ewigkeit

wird die schwerkraft unerbittlich
punktiert hektarweise tonnenkraft
auf unsre haut, gewicht und zentrifuge, die erde
und ein verschlucktes husten in den vorderen rängen
hitlers abgerissener kopf, sein stumpf der fäden zieht
und nach der dürreperiode die mauer
wächst nach

wenn du mich verlässt
dann an einem anderen tag
nicht da, wo es sich häuft
und die konzentration erschüttert
acht stunden tagwerk die sinne dämpft
dann tu es, wo es nicht zwischen den elektronen
ausdünnt durch den offenen moment
nur wie ein kurzes flackern
ich will vorher die luft anhalten
den staub und die aussicht dahinter
meine worte zurecht legen, wie sich das kondenswasser sammelt
zur wasserwaage und einem tropfen, einem weiteren tropfen
auf dem stein über der fußbodenheizung.

wie sie die tasse an die lippen setzt
einen knaben am rocksaum
den atem ihres mannes im nacken
da tut es einen schlag und

die fenster bersten
in den raum

früher

aktualisierungen per
e-mail anklingen lassen

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