aus dem rasenden zug
geht der blick auf das buschwerk
feingliedrig verwobene fenster
mit rahmen aus ästen und blättern

wir blicken verwundert hinaus
und sprechen darüber
wie die nahtlosen bilder entstehen
aus den häusern dahinter
oder den landschaften aus korn und mais

du fragst ob das denn
wirklich ist
und ich frage was denn
wirklich ist
und dann lachst höhnisch über meinen zynismus
den ich doch nie habe hinein legen wollen in die frage, sie war ehrlich gemeint
und ich bin enttäuscht
hätte mit dir an diesem abend
doch noch die welt in
feingliedrig verwobene fenster
mit rahmen aus ästen und blättern
aus dem rasenden zug
gehen unsere blicke ins feld

und der himmel
feingliedrig verwobene fenster
mit rahmen aus den kondens
– in kürze erreichen wir
streifen der flugzeuge
gefrorene abgase, in feinste kristalle verpackt,
licht brechend, licht brechend
dem horizont seinen schrecken nehmend
wäre dein lachen nicht gewesen
ich hätte darüber
noch gerne mit dir
– feingliedrig verwobene fenster
ich hätte darüber noch gerne mit dir gesprochen
in diesen letzten minuten
und sie hätten nicht genügt

und ich hätte über den bahnsteig hastend,
über meine schulter noch die letzten sätze
dir zu gerufen
diese intimität über die köpfe anderer hinweg
in all ihre ohren
und nur in deinen bliebe dieses klingeln
das einer fahrradklingel, ein einzigartiges
ein katzenglöckchen
meine stimme in der menge
durch stimmen verwobene fenster
aus schall ein erkennen
und wir verblieben dabei, still einvernehmlich
dass der himmel sich ähnlich verhält
wie die häuser
oder die felder aus korn und mais
mir genügt das
– worüber lächelst du?
mir genügt das wissen um die vorstellung
es hätte so
wenn nur dein lachen, meine wut über dein lachen
es will mir genügen, nur die vorstellung weil ich
diesen einen moment nur
diesen ärger nicht schlucken kann und von den eiskristallen
der flieger sprechen, bevor der sackbahnhof uns schluckt
bevor die stadt sich uns einverleibt
und wir wieder hunger bekommen, müde, müde, müde werden
unsere eingeschlafenen füße beginnen zu kribbeln und zu schmerzen
nichts verwoben nur lose verknüpft
die geschwindigkeit der anderen
die mir fremd ist
uns diktiert
– warum lächelst du?
und diktiert
und diktiert
es ist nichts.
es ist nichts, sage ich.

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