1.
in mir wüten drei unzen trauer
sie verdrehen die worte
ich setze mehrmals an und breche ab
wir könnten noch ein weilchen
länger in den himmel starren
auf die lichter in denen
alle zeiten vermengt sind
meine kindheit auf den straßen der stadt
rast auf einen gasriesen zu
wir lernen uns kennen
noch einmal
auf einem fernen stern, ganz klein, im abbild des ganzen

2.
der ganzen nutzlosen tragödie will ich
dem werk, das keine kunst ist,
eine kunst entgegensetzen, die kein werk ist
ein entropischer kreis aus dem
unerschöpflich alles wird
der den produziert, der ihn denkt
einen mond, der einen mond spiegelt
symbiose
einen geist, der einen geist spiegelt
und katalyse
eine geste, die eine geste spiegelt
unter all denen die ich bin
war ich einmal hamlet, einmal nur

3.
acht stunden sind kein tag
drei unzen trauer verdampfen
wir wachen auf und sind bemüht
den anderen nicht zu wecken, steigen übereinander
putzen uns die zähne leise, dafür eine minute länger
beugen uns über den toaster um ein wenig wärme einzufangen
erst sie, dann ich, sie darf zuerst

4.
abgeschlossen
ist es, wenn keine wunden übrig sind
ohne öffnungen hört das leben auf
der körper hat keinen platz im geist
wie der geist kein raum ist
und er verdampft
das werk, das keine kunst ist
drei unzen schwer und
nicht aufwacht, nicht geweckt werden kann, die demarkationslinie
am ende der vorstellungskraft, einteilt zwischen alles und nichts
das verschwindet, nichts zurück lässt
keine katalyse und keine entropie
nicht einmal licht übrig bleibt
dass wir uns nie wieder kennen lernen, auf einem fernen stern
ankommen, vermengt im ganzen, nein
nicht einmal hamlet, nicht die wärme, zähne, ohne kindheit
keine jugend an der haltestelle
nichts, nicht einmal trauer

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