in den verklebten kinderscheren
hängen noch einige haare fest
und ein drängen
rost auf stillgelegten rohren
und so viel blut in den wangen
ich glühe noch einmal
vor tob sucht ganz rot gerannt

ein dachboden wie er sein soll
voll von statik
einer alten ladung die noch bitzelt
wenn man sie berührt.

intellektueller schabernack
mit der lesebrille ohne gläser
wo fremdworte noch fremd waren
konnten wir unverblümt mit ihnen spielen
als sein sie kameraden
deren sprache man nicht spricht.
sie hält jetzt auf der nase.

ein platzhalter fält mir in die hand
wo ich
meine schwester aus der kiste ziehen sollte
nur eine puppe, ganz schmutzig um den mund
ihr haar ist kraus und fettig
und der schnuller in der hand,
könnte auch eine waffe sein.
ich habe so lange gebraucht sie zu finden
so lange eine puppe
ihrer statt in schlaf gesungen,
dass sie heute, da sie da ist
keine lieder mehr hören will.

und alles
voll von statik
einer alten
die noch
berührt.

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By Venus and Cupid and all the dear old heathen deities
Who are so remarkably convinient myths to take one’s oath upon
I hope you will not compel me to consider you a fool
Beauvais! What an idea that is of yours – ‚medicinal green!‘
Think of melted emeralds instead
There beside you, you have the most marvelous cordial in all the world –
Drink, and you will find your sorrows transmuted – yourself transformed!
Even if no better result be obtained than escaping the chill you have incurred in this Night’s heavy drenching, that is surely enough!

Life without Absinthe! I can not imagine it!
For me it would be impossible!
I should hang, drown or shoot myself into infinitude,
Out of sheer rage at the continued cruelty and injustice of the world –
But with this divine nectar of Olympus
I can defy misfortune and laugh at poverty
As though they were the merest bagatels

Come! – to your health, mon brave! Drink with me!”

by Blood Axis (“Variations sur le theme de Corelli (by Venus & Cupid) & (That night, I drank deeply)”)

pelops, vater des vom laios, vater des ödipus, vergewaltätigten chrysippos.
ich treibe.
schilf zieht an meinen armen entlang
und die sonne steht hoch.
in den bilderbüchern / durfte sie immer nur /
an uns vorbei kreisen.
myrtilos, der chauffeur des oinomaos, hat mit seinem verrat an selbigem eine ordentliche kette an flüchen los gelassen.
ein paar züge tun.
dann die bewegung versacken lassen.
weiter treiben.
große wolkenherden schieben sich nach vorne
hinter den geschlossenen lidern
wird wieder schwarz
der blinde ödipus, an seinen stab geklammert
ein ruhiger bettler unter dessen zerrissenem umhang
noch ein harnisch glänzt.
das perfekte unglück, als sei da
etwas tröstliches in der übertreibung.
am ufer trockne ich mich im gras
die bewegung des wassers hallt noch in den sinnen nach
es ist ähnlich, wenn man schnell und wenn man langsam reist
hängt der geist noch ander orts fest.
das raster in der mattscheibe
zerteilt den see in wundervolle ordnung
eine komposition
die ich nicht los werde, in die betrachtung später
noch mit einbaue.

ich flute den lichtschacht, den orthochromatischen film
sein grobes korn
wird das bild
aus unserer zeitrechnung befreien.

eine brücke
regen, wind
tarnkappend, schwarze gestalten
nur schwer auszumachen
bei all dem regen, wind
stoszen zusammen
wäre es still, man hätte sich wundern können
dass gestalt eins vor schreck ein
gestalt zwei vor schreck aus
atmet
aber all der wind
fällt lautlos, in diesen stillen gesten meint man schon
den winter zu erkennen, wenn jedes geräusch sich im grund verliert,
ein koffer und springt auf
ergießt seinen inhalt
auf den nassen grund der brücke
und auch ein wenig in den wind
der die blätter zügig über den flusz trägt.
die beiden gestalten
überschlagen sich in gesten
unsicheres umherhuschen
in den schweren, unförmigen mänteln
holt man zu starken bewegungen aus
um sich verständlich zu machen.
man sammelt papiere, die beim aufheben schon zerfallen
weigert sich aber den verlust zu akzeptieren
der besitzer des koffers allerdings,
gibt vor der anderen person die rettung auf.
steht nur da, sieht zu.

man meint mitleid in der körperhaltung zu erkennen
und schicksal, eine fortsetzung.
im kopf, ziehen die beiden aus punkten linien
überschlagen den preis vom kaffee
im hotel auf der anderen fluszseite.

“Aljosha aus Moskau sitzt seit nunmehr 6 Wochen im Knast und das unter äusserst beschissenen Bedingungen. Als Reaktion auf die Demonstration gegen die Rodung des Waldes in Chimkin, aus der heraus das Gebäude der Chimkiner Stadtverwaltung beschädigt wurde, sind zwei Personen der Moskauer Antifaa Szene verhaftet worden – weitere werden von den Behörden regelrecht gejagt. Aljosha ist ein aktiver Antifaschist aus Moskau, der im letzten Jahr einen guten Genossen verloren hat, den die Faschisten ermordet haben. Er war auch da zur Silvio Meyer Demonstration, auf der er einen ergreifenden Redebeitrag zur krassen Situation in Moskau gehalten hat – wir ihr ja alle wisst, ist es AntifaschistInnen in Russland nur unter lebensgefährlichen Bedingungen möglich, öffentlich in Erscheinung zu treten – Nazis und Bullen gehen bei der Verfolgung von Antifas oft Hand in Hand. Aljosha ist vor seiner Verhaftung daran beteiligt gewesen, in Moskau einen Infoladen aufzubauen, um einen öffentlich zugänglichen Raum zu schaffen, den die Bewegung dort dringend benötigt, um sich zu verankern und sichtbar zu werden. Bei diesem Vorhaben wollten ihn auch Leute aus Berlin mit T Shirts und Plakaten unterstützen. Dazu gab es schon einige Ideen, was den Transport und den Austausch angeht. Nun stocken die Planungen natürlich und es wird Zeit, daß sich die Dinge für Aljosha zum Besseren wenden. Vorgestern sind die internationalen Aktionstage zur Freilassung der Inhaftierten zu Ende gegangen und es gibt einen sehr informativen Blog im Netz, auf dem ihr euch über alles weitere informieren könnt. Leitet diesen Link bitte weiter und macht die Geschichte nach euren Möglichkeiten auch weiter öffentlich!.

khimktibattle.org

Bitte überlegt auch, wie ihr Geld sammeln können oder wie ihr Aljosha und seine FreundInnen unterstützen könnt. “
– zitat http://pocketpunk.so36.net aka yok aka quetschenpaua

godzilla mit babelbeinen, wie er durch die metaphysik stapft.
mit jedem schritt ein nervenfeuer stärke sieben.
es pochen kafkas schläfen.
durch das lichtsieb erinnerung sacken träume.
licht zerbrochen zu farbe.
der kopf eine helle kammer
in der gedanken immer wieder neu
belichtet werden.
aus tiefem schlaf heraus
augen die sich lüften
um einen bruchteil jetzt durch die netzhaut zu lassen.

bei einem besuch meiner mutter, es regnet.
als sie sich zu gehen anschickt, zieht sie eine mütze über,
unter der sie ihre rot leuchtenden haare verstaut.
mir fallen die vielen falten, die sich in ihr gesicht gelegt haben, zum ersten mal auf.
ich blicke ihr durch das fenster nach, wie sie sich auf ihrem fahrrad durch den regen müht
und muss an hannah denken.
hannah, ihr dünnlippiges lächeln aufgelegt
"ich bin zu alt für spiegel", sagte sie
ohrringe in ein mannequin stechend.
ich stellte mir hannah mit babelbeinen vor, die nicht aufhören wollten zu wachsen.
wir schwiegen. meine brust zog sich zusammen.
vielleicht hatte ich gespürt, dass es hier vorbei war,
dass ich dieses bild von ihr nie wieder würde abschütteln können.
"this is goodbye", hatte sie ein halbes jahr später dann am bahnhof gesagt.
die stimme so weit weg, in diese altmodischen klamotten gestopft
als der zug anfuhr. sie wie aus der zeit gefallen dort stand und mir nachsah.
kam mir schon nach einigen stunden wie eine erinnerung aus kindertagen vor.

evisceration-6

godzilla mit babelbeinen, wie er durch die metaphysik stapft.
es pochen kafkas schlaefen.
bei jedem schritt ein nervenfeuer staerke sieben.
debattierclubtreffen dreiszig, nullneun viertes quartal
konzentrationsgelage
synergie die teilchenfuge
aus der traeume kommen.

nachts anektiere ich kleine flecken,
aus dem raum gezirkelt auf zelluloid.
es ist als haette ich, noch halb im schlaf, die augen kurz geoeffnet.
eine frau weidet sich aus und ihr blick spricht von hingabe.

erinnert an hannah, ein duennlippiges laecheln aufgelegt
– ich bin zu alt für spiegel –
und daran wie ich immer meine zu verstehen.

Julia-in-Wonderland

malt sie doch
rot

 

 

 

 

 

 

 

(copyright: pascal davíd breitenbach
nutzung nur auf anfrage bei mir)

gedankenwolken
licht-schrittfolgen
blitzgebälge schieben tremorflackern
nachsicht / bilder hallen / flecken augen
schemenhaft (dann) klar
strip-aesthetik, ganz dia
schweissgeruch fett schnellessen
wände ecken rahmen körpergeflechte
übelkeit bass schummrig wummert
stimmengewirr formt sprache sterblich
neuwortgeburten jeder fugt jeden
abgebrochenen satz ineinander
verzahnt kreisen zahnräder 
spänen menschen boden
reibung schliff
auf eine passform in die gewöhnung

früher

aktualisierungen per
e-mail anklingen lassen

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